Spiegel: „Kik schnüffelte Mitarbeitern 49.000 Mal hinterher“

25. September 2009 | Von | Kategorie: Presseschau

aus Spiegel online:

„Mitarbeiterüberwachung mit Methode: Der Textildiscounter Kik hat seine Angestellten nach SPIEGEL-Informationen Zehntausende Male überprüfen lassen – um zu erfahren, ob sie verschuldet sind. Selbst Bewerber wurden vor ihrer Einstellung durchleuchtet.

Hamburg – Der Textildiscounter Kik hat in den vergangenen eineinhalb Jahren flächendeckend hinter seinen Mitarbeitern hergeschnüffelt. Nach SPIEGEL-Informationen forderte das Unternehmen bei der Auskunftei Creditreform in rund 49.000 Fällen Informationen über die Bonität seiner Angestellten an. In einem internen Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, heißt es, mit dem Datenabgleich könne Kik „jeden aktiven Mitarbeiter abfragen und somit auch bei langjährigen Mitarbeitern evt. negative Merkmale herausfinden“. Betroffen waren demnach auch Bewerber, die vor ihrer Einstellung durchleuchtet wurden.

Man erhebe keine regelmäßigen Abfragen, hieß es – und wenn, nur bei einem berechtigten Interesse. Ob das bei Kik überhaupt vorliegt, bezweifelte die Datenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen – und erstattete Anzeige. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft.“

zum Volltext >>hier<<

Zur jüngsten Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes führt der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, entsprechend aus:

„Ich fordere die Verantwortlichen in den Unternehmen dazu auf, die durch die Neuregelung gebotene Chance zu nutzen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Personenbezogene Daten sind kein beliebig ausbeutbares Wirtschaftsgut. Wer sie erhebt und nutzt muss die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen respektieren. Die neuen Regelungen stellen erheblich gesteigerte Anforderungen an den Umgang mit Verbraucher- und Beschäftigtendaten. Datenschutz muss endlich zur Chefsache werden. Wer dies verkennt, wird zukünftig mit erheblichen Nachteilen rechnen müssen.

Ich erwarte, dass nach der Bundestagswahl unverzüglich weitere Schritte zur Verbesserung des Datenschutzes unternommen werden. Dazu gehören in erster Linie ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz und eine Generalüberholung der in die Jahre gekommenen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Für unerlässlich halte ich es auch, die Aufsichtsbehörden so auszustatten, damit sie ihren wachsenden Aufgaben und Anforderungen auch gerecht werden können. Eine gut ausgestattete Aufsicht ist für guten Datenschutz unverzichtbar.“

siehe dazu auch …

Tags: ,

Keine Kommentare möglich.