Gemobbt?

7. Mai 2008 | Von | Kategorie: Aktuelles, Veröffentlichungen

Mobbing – ein Modewort oder reales Problem?

Schnell fällt der Begriff des Mobbings in der modernen Arbeitswelt. In der Praxis sind Mobbingvorwürfe schwierig zu handhaben, denn oft gibt es keine Zeugen oder andere Beweismittel für die erhobenen Vorwürfe.

Dem Thema nimmt sich eine aktuelle Broschüre der INQA an, welche man gegen Schutzgebühr bestellen oder kostenlos als PDF herunterladen kann.

Eine kurze Zusammenfassung des Inhalts von der Webseite der INQA (‚Initiative Neue Qualität am Arbeitsplatz‘):

„Mobbing macht krank und kostet deutsche Unternehmen jährlich Milliarden. Wer für eine neue Qualität der Arbeit eintritt, kommt daher um das Thema nicht herum. Was aber hilft gegen Mobbing und akute Krisen am Arbeitsplatz? Wie soll man sich verhalten, um wieder aus der belastenden Situation herauszukommen? Ein neuer INQA-Ratgeber bietet Betroffenen eine Fülle von hilfreichen Informationen und konkreten Handlungsmöglichkeiten.


Eine starke Teamorientierung, ein faires, diskriminierungsfreies Führungsverhalten und ein gutes Umfeld für das psychische und emotionale Wohlbefinden, das wünschen sich die Arbeitnehmer in Deutschland von ihrem Arbeitsplatz. Ein gutes Betriebsklima motiviert und die Mitarbeiter engagieren sich stärker für ihr Unternehmen. Das belegt eine kürzlich veröffentlichte, von INQA geförderte Studie. Sie zeigt darüberhinaus, dass gemessen am finanziellen Erfolg eines Unternehmens, solche Unternehmen mit höher engagierten Mitarbeitern signifikant häufiger erfolgreich sind als Unternehmen mit einem geringeren Engagement der Mitarbeiter.

Dort sieht der Arbeitsalltag oftmals anders aus als von den Beschäftigten gewünscht. Von mitarbeiterorientierter Unternehmenskultur ist vielerorts keine Spur. Führungskräfte und Mitarbeiter gehen respektlos mit ihren Untergebenen und Kollegen um oder dulden ein solches Verhalten. Mobbing, die dauerhafte Schikanierung oder Benachteiligung von Mitarbeitern, zählt zu den häufigsten Formen mangelhafter Fürsorge und diskriminierender Umgangsformen in Unternehmen. Rund eine Million Erwerbstätige in Deutschland sind tagtäglich von solchen Feindseligkeiten betroffen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mobbing in der Folge ursächlich für negatives Arbeitsverhalten und arbeitsbedingte psychische Erkrankungen ist. Die Kosten, die durch Fehlzeiten, Unternehmensaustritte und verringerte Leistungsfähigkeit entstehen, gehen in die Milliarden. Nicht in Geld auszudrücken sind die seelischen und gesundheitlichen Auswirkungen bei den Betroffenen. Diese können vom Ausbrechen chronischer Krankheiten bis zum Suizid reichen.

Wie aber lassen sich Konflikte am Arbeitsplatz lösen? Welche Möglichkeiten gibt es, den ‚Teufelskreis‘ Mobbing zu durchbrechen? Welche Rechte hat der Betroffene, welche Pflichten der Arbeitgeber? Der neue INQA-Ratgeber „Hilfe gegen Mobbing am Arbeitsplatz“ soll Sie dabei unterstützen, den für Sie richtigen Weg aus dem Mobbing zu finden. Die Autorinnen bringen als Rechtsanwältin bzw. Ärztin nicht nur ihr fachliches Wissen ein, sondern haben im Laufe ihres Erwerbslebens eigene Erfahrungen mit Feindseligkeiten am Arbeitsplatz gemacht. Der Ratgeber bietet nicht nur umfassende Informationen und bewährte Hilfsangebote zum Thema Mobbing, sondern zeigt auch deren praktische Anwendbarkeit.“

Die juristische Bedeutung der durch den Begriff „Mobbing“ gekennzeichneten Sachverhalte besteht darin, der Rechtsanwendung Verhaltensweisen zugänglich zu machen, die bei isolierter Betrachtung der einzelnen Handlung die tatbestandlichen Voraussetzungen von Anspruchs-, Gestaltungs- und Abwehrrechten nicht oder nicht in einem der Tragweite des Falles angemessenen Umfang erfüllen können (LAG Thüringen vom 15.02.2001, 5 Sa 102/2000). Insofern kommt es auch nicht darauf an, ob dem Arbeitgeber jeder Übergriff bekannt war oder nur die Tatsache des Vorliegens des geschilderten Mobbingkomplexes. Das Verschulden z.B. eines Vorarbeiters ist dem Arbeitgeber im Rahmen des § 278 BGB zuzurechnen. Insofern trifft den Arbeitgeber aber auch eigenes Verschulden. Denn wenn er von den Vorgängen wusste und nie etwas dagegen unternahm, hat er schuldhaft seine vertragliche Pflicht gegenüber seinem Arbeitnehmer, diesen vor persönlichen Übergriffen im Betrieb zu schützen, verletzt.

Weiterführender Link zur Bestellung oder zum download der Broschüre >>hier<<

Link zur INQA >>hier<<

Weitere Informationen der Ver.di.

Das Mobbingprotokoll: Um die Mobbingvorfälle zu dokumentieren und zu sammeln, empfiehlt es sich, ein Mobbingprotokoll anzufertigen. Dies gibt es hier: Mobbing-Protokoll.

Zur Weiteren Beratung können Sie sich direkt an die Kanzlei wenden!

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